Virtuelle Teamarbeit

Der Griff zum Telefon

Posted in Woche 2 der virtuellen Teamarbeit by Marion Bruhn-Suhr on 2. Februar 2009

Tja, manchmal müssen wir eben doch zum Hörer greifen: der „unsichtbare Vierte“ (s. Eintrag vom 31.1.09) hatte sich nicht gemeldet und das Team wusste auch nichts, sondern hatte fleißig an der Fallstudienanalyse gearbeitet und gehofft, dass Nr. 4 wieder auftauchen und sich einklinken würde (vermutlich passiert so was in der Berufspraxis auch häufiger: man macht Annahmen ohne sie zu überprüfen und schon läuft ein Projekt aus dem Ruder).

Wie sich in dem Telefonat herausstellte, hatte unser Teilnehmer zu Beginn technische Probleme und statt sich an die freundliche Serviceline des Rechenzentrums oder an uns Moderatorinnen zu wenden, wollte er das Problem (zunächst) allein lösen. Als es dann nach zwei Tagen endlich klappte, hatte er ein ganz schlechtes Gewissen und traute sich nicht mehr, in die Diskussion einzusteigen, zumal er mit den versprochenen Zuarbeiten schon im Verzug war.
Im Modul werden eigentlich alle Wege (Blackboard Tour, Forum Medientechnik, FAQ, RZ-Hotline) aufgezeigt, und eine der Aufgaben in der Online-Vorbereitungswoche ist es, diese auch aktiv auszuprobieren, aber vielleicht können wir versuchen, künftig die Scheu vor diesen Wegen noch mehr zu nehmen, damit sich so ein Fall nicht wiederholt…zum Wohle des einzelnen Teilnehmers, aber auch des Teams und der Gesamtgruppe.

Ich habe ihm versichert, dass sein Team sich freuen werde, wenn er trotz Verspätung in die Diskussion einsteigen wird und wir wären ja ggf. auch noch da, um zu helfen. Vielleicht hat ihn aber auch am meisten überzeugt, dass ich gesagt habe, wie wichtig doch diese Erfahrung für das ganze Team ist und wie viel sie daraus lernen könnten für ihre zukünftige Arbeit in virtuellen Teams. Jedenfalls hat er sich nach unserem Telefonat doch drangewagt und seinem Team mit der Bitte um Verständnis erläutert, was passiert war. Wie nicht anders zu erwarten, haben alle Teammitglieder ihn mit virtuellen offenen Armen aufgenommen und sich selbst wiederum entschuldigt, dass sie nicht bei ihm nachgefragt hätten.

Was wäre wohl passiert, wenn wir Moderatorinnen nicht nachgehakt hätten?